mit weitem abstand

Freiheit statt Demokratie

„Russland ist ein Ärgernis“ –  zu diesem Schluss kommen die westlichen Eliten in Politik und Medien. Eindrucksvoll schildert Thomas Fasbender, wie anders Russland in der Tat ist. In dreizehn abwechslungsreichen Kapiteln erzählt er vom Alltag der Russen und von ihrer dramatischen Geschichte. Er beschwört die Urtümlichkeit des riesigen Landes zwischen Ostsee und Pazifik, zwischen Arktis und Kaukasus, und er vermittelt intime Einblicke in die schicksalsgeprüfte Mentalität seiner Bewohner.

Sein Fazit: Russland will den Weg des Westens nicht gehen, und Russland wird ihn nicht gehen. Und das beileibe nicht wegen seines Präsidenten. Der russische Mensch hat sein eigenes Verständnis von Freiheit, und das verträgt sich nicht mit der europäischen Verliebtheit in Vernunft- und Gesetzestreue …

Fasbender hat ein Buch mit Herz und Verstand und in einer besonders schönen Sprache geschrieben, ein Buch gegen den Strom, das eine fremde, nahe Welt erschließt.

362 S., Manuscriptum Verlag, Waltrop, 4. Auflage 2015

Und es gibt übrigens, wer irgendwie da ein bisschen tiefer einsteigen, aber es zügig machen will, von Thomas Fasbender neuerdings ein schönes Buch, "Freiheit statt Demokratie" – der Titel ist schon ... und der Untertitel lautet: "Warum die Russen nie so werden, wie wir wollen, dass sie werden." Die Erkenntnis muss man erstmal haben.

Matthias Platzeck bei Maybrit Illner, ZDF 05.02.2015

Der Erzähler traut sich was in den Zwischentönen und versteckt sich nicht hinter Eloquenz und Faktencheck. Würde man jetzt die interessantesten Russlanderzähler einmal nebeneinander stellen, also Peter Scholl-Latour, dann Gerd Ruge, Gabriele Krone-Schmalz, vielleicht noch Klaus Bednarz, dann entstände nun eine neue Leerstelle, die dieser Thomas Fasbender perfekt ausfüllt. Sein Alleinstellungsmerkmal ist ganz sicher die literarische Qualität. Thomas Fasbender ist der beste Erzähler von allen. (...) Man kann sich nur wünschen, dass die selbsternannten Russland-Kritiker diesen Russland-Versteher auf ihrem Nachtschrank liegen haben. Für Steinmeier, Merkel und Co sollte es sogar Pflichtlektüre werden.

Alexander Wallasch, THE EUROPEAN

Fasbenders Stärke ist zweifellos seine Fabulierlust. Die historischen Szenen, die er braucht, um zu erklären, warum „die Russen“ so seien, wie er sie sieht - und Putin treu ergeben, werden romanhaft bis ins kleinste Detail ausgeschmückt. Originell ist auch der Versuch, anhand der Kolonialgeschichte des Zarenreiches zu schildern, wie Pelmenij und Plow die russische Küche bereichert haben. (...) Da Fasbender flott, ja geradezu süffig formuliert, lässt man sich dann aber doch bis zum Schluss gefangennehmen.

Horst Bacia, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

©2020 Thomas Fasbender