mit weitem abstand

Leben

Gebürtig in eine Familie aus der südwestfälischen, seit 1609 zu Brandenburg-Preußen gehörenden Grafschaft Mark. Aufgewachsen auf der Insel Sylt und in Hamburg. Nach Abitur und Wehrdienst Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Siemens AG, anschließend Jurastudium. Wechsel zur Philosophie, Magister, Promotion. Zeitungsvolontariat in Niederbayern, dortselbst Politik- und Wirtschaftsredakteur. Pressereferent einer Messegesellschaft, dann Assistent des Vorstandsvorsitzenden in der Industrie (Energietechnik). 1992 Entsendung nach Moskau. Restrukturierung und Abwicklung altsowjetischer Joint Ventures, Geschäftsführer einer russischen Tochtergesellschaft, Aufbau lokaler Produktion. Russlandchef eines deutschen Mittelständlers. 1999 selbständig, Teilhaber einer Spinnerei und Weberei an der Wolga, Betrieb eines Moskauer Unternehmens für Fuhrparkverwaltung. Seit 2008 wieder journalistisch aktiv. 2015 Rückkehr nach Deutschland. Lebt und arbeitet in Berlin. Verheiratet, fünf Kinder.

Russland, immer schon nur hassgeliebt, ist erneut Feindesland. Erst recht seit Russlands Angriffskrieg in der Ukraine. Die Demokratien sind zusammengerückt, sie verlangen klare Bekenntnisse und Haltungen. Distanz, Neutralität, schon Objektivität machen verdächtig. Wer sich mit keiner Sache gemein machen will, wird zum Außenseiter. Russlandnähe ist vollends toxisch. Daran sind Freundschaften zerbrochen. Wir leben in Zeiten des Krieges. Abstand tut not.

Von 2019 bis Anfang März 2022 war RT DE Host des wöchentlichen Video-Kommentars Fasbenders Woche und des Talkformats Fasbender im Gespräch. Beide Formate sind eingestellt. Seit Frühjahr 2022 ist das neue Wochenkommentar-Format Zu Ende gedacht auf seinem eigenen Youtube-Kanal abrufbar. Parallel immer wieder Textbeiträge in Die Weltwoche, CATO u.a.

"Zu Ende gedacht" gehorcht dem Prinzip, Handlungen nach ihren Folgen zu beurteilen. Wir denken ja nur noch vom Motiv her: Es muss gut sein, wahrhaftig. Und natürlich moralisch. Ganz wichtig: Es muss eine Haltung ausdrücken. Am besten die richtige. Wer will schon mit der falschen Haltung erwischt werden? Aber was ist die richtige Haltung? Die Antwort fällt nicht immer leicht. Etwa beim Thema Krieg. Mal heißt es: Frieden schaffen ohne Waffen, dann plötzlich: Frieden schaffen mit noch mehr Waffen. Meinungsflexibilität zahlt sich aus; wissen wie der Wind weht. Das ist doch eigentlich Demokratie: wenn alle freiwillig das Richtige glauben.

Auf die Putin-Biographie (Jan. 2022) folgt noch im selben Jahr ein Band zur anstehenden Zeitenwende. Der Ukrainekrieg zeigt, wie sehr die in ihren Wurzeln europäische Weltordnung an Autorität eingebüßt hat. Eine neue Ordnung wird die Macht- und Kräfteverschiebungen widerspiegeln, die Auswirkungen des Klimawandels und der demographischen Explosion Afrikas. Wann sie in ihren Umrissen erkennbar sein wird? Allen großen Ordnungsentwürfen der Neuzeit (1648, 1815, 1918, 1945)
gingen Kriegskatastrophen voraus.

Nach oben