mit weitem abstand

Leben

Geboren 1957 in eine Familie aus der südwestfälischen, seit dem 17. Jahrhundert zu Brandenburg-Preußen gehörenden Grafschaft Mark. Aufgewachsen auf der Insel Sylt und in Hamburg. Nach Abitur und Wehrdienst Ausbildung zum Industriekaufmann, anschließend drei Jahre Jurastudium. Wechsel zur Philosophie, Magister, Promotion. Zeitungsvolontariat, Politik- und Wirtschaftsredakteur. Pressereferent einer Messegesellschaft, dann Assistent des Vorstandsvorsitzenden in der Industrie (Energietechnik). 1992 Entsendung nach Moskau. Restrukturierung und Abwicklung altsowjetischer Joint Ventures, Geschäftsführer einer russischen Tochtergesellschaft, Aufbau lokaler Produktion. Russlandchef eines deutschen Mittelständlers, 1999 selbständig, Teilhaber einer Spinnerei und Weberei an der Wolga, Betrieb eines Unternehmens für Fuhrparkverwaltung. Seit 2008 wieder journalistisch-publizistisch aktiv. 2015 Rückkehr nach Deutschland. Lebt und arbeitet in Berlin. Verheiratet, fünf Kinder.

Schon spannend, nach fast einem Vierteljahrhundert aus Russland in die alte Heimat zurückzukehren. Zumal es ja doch Feindesland ist, Russland, hassgeliebt vielleicht, aber man traut ihm nicht. Das bekommt man auch zu spüren, erst recht angesichts der geopolitischen Lage. Die Worte Russlandversteher, gar erst Putinversteher, tun ein Übriges. Daran sind Freundschaften zerbrochen. Wir leben in Zeiten klarer Bekenntnisse und Haltungen.

Seit Jahresbeginn 2019 präsentiert RT Deutsch, der russische Auslandssender mit Studio in Berlin, an jedem Montag einen Video-Kommentar zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen: „Fasbenders Woche“. Ein zweites Format mit jeweils einem Gast – „Fasbender im Gespräch“ – widmet sich völlig unterschiedlichen Fragen.

Des weiteren Vorträge zu Russland und zur geopolitischen Lage.

RT Deutsch (ehemals: Russia Today) ist erklärter Feindsender. Gesprächspartner aus dem politischen Mainstream zu gewinnen ist praktisch unmöglich. Dabei sind es die Wenigsten, die wirklich an die Feindschaft glauben. Die meisten sagen: "Es ist nichts Persönliches, aber Sie müssen verstehen..." Oder: "Sie wissen doch, für wen ich arbeite." Natürlich versteht man. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Kontakte im Staatsdienst oder in den staatstragenden Medienhäusern gehen gleich auf Distanz. Niemand will etwas riskieren.

Die nächsten Bücher: Das europäische Krisenjahrhundert – Corona als Eingeläut, die Erderwärmung, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser, die geopolitischen Verschiebungen und der  Bedeutungsverlust Europas, die Migration.

Und: eine Biografie des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

©2020 Thomas Fasbender