mit weitem abstand

Wladimir W. Putin
Eine politische Biographie

Vier Wochen vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine erschienen: die erste Putin-Biographie eines deutschen Autors seit über zwei Jahrzehnten. Weder pro noch contra, weder Anklage noch Verteidigung. Stattdessen eine klassische Biographie, spannend erzähltes und detailliert dokumentiertes Leben.

Der Großvater: Lenins Leibkoch in den Jahren nach der Revolution. Die Eltern: einfache Leute im zerschossenen Leningrad der Nachkriegszeit. Der Sohn: ein KGB-Offizier, den der Weltgeist aus obskurer DDR-Provinz ins höchste Staatsamt spült.

Zahllos sind die Narrative und Deutungen, die sein Wirken begleiten. Aber haben sie das Rätsel gelöst? Wer ist der Mann, der Russland auf einen eigenen Weg gebracht hat? Der dem Selbstverständnis der Westeuropäer so massiv in die Parade fährt? Der die Weltordnung herausfordert und sein Land willentlich und wissentlich in einen Angriffskrieg führt?

Der Autor ist kein Apologet. Er blendet nichts aus, nicht die Vorwürfe, nicht die Anschuldigungen, nicht die fundamentale Kritik. Er ist aber auch kein Verächter. Am besten beschreibt man ihn als Gutachter, der präsentiert, was wir über den Delinquenten wissen und mögliche Schlussfolgerungen diskutiert.

So wird die Biographie auch zum Spiegel der epochalen Konflikte, die mit Putins politischem Werdegang in eins fallen, der neuen geopolitischen Realitäten, und zu einem Porträt Russlands im Aufgang einer neuen Zeit.

566 S., Hardcover Fadenbindung, Landt Manuscriptum, Januar 2022

A first-class study of Putin's life and career, much the best one I've read. As filled with fascinating details as the nature of the subject allows. Yet it leaves us with the trillion dollar question - exactly "Who is Putin, and where is he heading?" Crammed with material, full of fascinating insight. Briefly, a real eye-opener.

Martin van Creveld, Militärhistoriker

Mit seiner fulminanten politischen und absolut lesenswerten Biographie "Wladimir W. Putin" im Landt Manuscriptum Verlag hat der promovierte Philosoph, Diplom-Kaufmann und ausgewiesene Russland-Kenner Thomas Fasbender einen hochspannenden Beitrag zur Erweiterung des Hintergrundwissens geliefert. Das flüssig geschriebene Buch ist faktensatt und glänzt dabei vor allem durch dokumentarische Neutralität und fehlende Parteinahme. Wer glaubt, hier hätte sich ein Putin-Rechtfertiger verausgabt, irrt in Gänze.

Ulrich Novak, DIE TAGESSTIMME

Ein zeitgeschichtliches Panorama der letzten drei Jahrzehnte nicht nur in Osteuropa, ein glänzend geschriebener Einblick in Konflikte von der Ukraine über den Kaukasus bis Syrien. (…) Vielschichtig schildert Fasbender andere Punkte, die die meisten seiner Leser beunruhigen werden: Unterdrückung von Pressefreiheit und Menschenrechten; Umgang mit Dissidenten; gesteuerte Wahlen; Erpressung mit der Energieversorgungssicherheit gegenüber der Ukraine, dem Westen, Mittelasien; die Besetzung der Krim. (…) Dass Putin bisweilen kurzsichtig handele, zeigt Fasbender am Beispiel der Krim: Mit der Besetzung habe er seinem Land „eine Provinz gewonnen, eine Halbinsel von hohem Symbolwert“, das aber mit dem Verlust einer Brudernation, der Ukraine, bezahlt. (…) Ein sprachlich gediegenes Buch mit viel Hintergrundwissen.


Robert v. Lucius, ehem. FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

Auch wenn der Autor nicht ahnen konnte, wie heftig die Kollision ausfallen würde: Er war damit, immerhin, auf der richtigen Spur. Möglicherweise auf der richtigen Spur ist der Autor auch, wenn er aus Putins jugendlicher Sozialisierung in den latent kriminellen Hinterhöfen der schlechtesten Viertel von Sankt Petersburg - damals noch Leningrad - vorsichtig auf den heutigen Kriegsherrn und Autokraten zu schließen versucht. Etwa, indem er auf Putins von ihm selbst einbekannte latente Neigung zur Kleinkriminalität verweist. "Ein Hooligan" sei er gewesen, berichtete Putin in einem Interview im Jahr 2000 völlig ernst. Auf die Frage des Interviewers, ob er das ernst meine, erwiderte er: "Wollen Sie mich beleidigen? Ich war ein echter Schläger."


Christian Ortner, WIENER ZEITUNG

Fasbender ist Russlandversteher, ja. Er hat lange genug dort gelebt. Putinfreund ist er sicher nicht. Er ist zuallererst ein professioneller Journalist, sachlich so auf der Höhe, sprachlich so gediegen, wie man es heute in diesem Berufsstand nur selten findet.

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